Ein Dorf – ein Team

FC Viktoria Doveren e.V.

 
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Nachbarschaftsduell in Baal: Viktoria empfängt die Borussia aus Hückelhoven

Wenn man am Ende dieser Saison noch einmal zurückblicken und sich fragen wird, wann der Funke zwischen unserer Viktoria und ihren Fans so richtig übergesprungen ist, dann wird man am vergangenen Wochenende wohl kaum vorbeikommen. Erst die beiden grandiosen Siege unserer A-Jugend und der Reserve, anschließend dieser Krimi der ersten Mannschaft, den selbst Juli Zeh oder Martin Suter kaum besser hätten zu Papier bringen können. Ein Rückstand, ein Viererpack unseres bislang glücklosen Torjägers Jason Rebing und dazu ein feuchtfröhliches, kulinarisch durchaus anspruchsvolles Drumherum. Vor allem aber eine Anhängerschaft, die ihre Mannschaft mit einer solchen Wucht und Lautstärke nach vorne peitschte, dass spätestens Mitte der ersten Halbzeit niemand mehr daran zweifeln konnte, dass hier etwas zusammenwächst. Die Fans hatten ihren Anteil am zweiten Saisonsieg und daran, dass der Abstand zu den Nichtabstiegsplätzen kleiner geworden ist.

 

Einfach traumhaft. So sollte Fußball überall sein. Echt, von Herzen und mit Leidenschaft.

 

Und was könnte einen solchen Spieltag noch toppen? Vielleicht ein heißes Duell gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf, der obendrein im Nachbarort zu Hause ist. Schon am kommenden Samstag um 15 Uhr sind deshalb wieder sämtliche viktorianischen Kräfte auf und neben dem Platz gefragt. Unsere Elf vom Junkerberg trifft auf die Borussia aus Hückelhoven. Derbyzeit!

 

Der Aufsteiger aus der ehemaligen Zechenstadt hat sich nach drei Auftaktniederlagen inzwischen ganz ordentlich in der neuen Liga eingerichtet. Gegen direkte Konkurrenten wie Rurich II, Wassenberg-Orsbeck und den VfR Granterath konnten Siege eingefahren werden. Auch ein überraschender Erfolg gegen die Reserve aus Uevekoven steht auf der Habenseite. Trotz bislang fünf Niederlagen sollte man die Borussen also keinesfalls unterschätzen. Abgesehen vom deutlichen 1:6 in Schwanenberg fielen die übrigen Pleiten ausgesprochen knapp aus. Wer glaubt, dass hier eine Mannschaft kommt, die sich kampflos ihrem Schicksal ergibt, könnte am Samstag eine unangenehme Überraschung erleben.

 

Doch auch bei unserer Viktoria tut sich etwas. Trainer Thorsten Berg hat es mit seiner wohltuend ruhigen Art und seinem beharrlichen Anspruch auf spielerische Weiterentwicklung geschafft, die junge Truppe Schritt für Schritt an die raue Wirklichkeit der B-Liga heranzuführen. Und auch auf den Rängen spürt man inzwischen, dass die Jungs nach dem Erfolg gegen Kuckum endgültig in dieser Liga angekommen sein könnten.

 

Es sind längst nicht mehr nur die Reaktionen auf das Spiel des Gegners, die man auf dem Platz beobachten kann. Die Trainingsarbeit und die Hartnäckigkeit, mit der Berg an den taktischen Abläufen feilt, tragen allmählich Früchte. Gegen Kuckum begegnete man dem Gegner spielerisch auf Augenhöhe, ebenso bei der knappen Niederlage in Kückhoven. Besonders eindrucksvoll war allerdings der Auftritt gegen Wassenberg-Orsbeck. Vor allem in der zweiten Halbzeit entwickelte unsere Mannschaft eine Dominanz, die schließlich mit fünf Toren innerhalb von 30 Minuten belohnt wurde.

 

Das macht Hoffnung. Nicht, weil plötzlich alles perfekt wäre, sondern weil sich langsam erkennen lässt, was in dieser Mannschaft steckt. Die kämpferische Einstellung stimmte ohnehin schon häufig. Wenn nun auch die spielerische Komponente immer öfter dazukommt, darf man sich am Junkerberg durchaus auf die nächsten Wochen freuen.

 

Gelingt es unserer Elf, neben dem gewohnten Einsatz auch auf dem Baaler Kunstrasenplatz wieder spielerische Akzente zu setzen, dürfte selbst die Hückelhovener Defensive ihre Probleme bekommen. Und wenn dann noch das nötige Spielglück dazukommt, könnte innerhalb weniger Wochen tatsächlich eine zweite Borussia mit einer Derbyniederlage im Gepäck nach Hause fahren.

 

Diesmal hätten grün-weiße Anhänger ganz sicher nichts dagegen. Und sie dürften nach dem vergangenen Wochenende ohnehin schon geübt darin sein, ihre Freude lautstark zum Ausdruck zu bringen.

 

Also, Viktorianer, macht es noch einmal! Für den Verein, für die Farben und für ein Dorf, das langsam wieder daran glaubt, dass auch schwierige Zeiten ihre guten Geschichten hervorbringen können.

 

P.S.: Wer von unserer Viktoria noch immer nicht genug bekommen kann, sollte sich den Freitagabend freihalten. Um 19:30 Uhr tritt unsere Reserve zu einem Testspiel beim SV Baal an. Fußball gibt es schließlich nie genug, erst recht nicht, wenn es gerade wieder anfängt, richtig Spaß zu machen.

 

Stephan Epple

 

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Veröffentlichung

Do, 22. Oktober 2026