Ein Dorf – ein Team
FC Viktoria Doveren e.V.
FC Viktoria Doveren e.V.
Es ist soweit. Das letzte Saisonspiel steht bevor. Nach einer langen und kräftezehrenden Spielzeit in der Kreisliga B wartet auf unsere Viktoria nur noch eine letzte Aufgabe. Zu Gast ist die Mannschaft aus Immerath, der die besondere Ehre zuteilwird, das allerletzte Pflichtspiel auf dem heiligen Rasen am Junkerberg auszutragen, bevor dieser geschichtsträchtige Untergrund ab dem kommenden Herbst einem Kunstrasenplatz weichen wird.
Für viele wird es ein Abschied voller Wehmut sein. Ein letztes Mal die Stätte zu betreten, deren Boden über Jahrzehnte von Schweiß, Tränen und manchmal auch Blut geprägt wurde. Einen Ort, der Triumphe und Tragödien erlebt hat, Aufstiege und Abstiege, Siege und Niederlagen. Einen Ort, an dem Traumpässe gespielt und Fehlpässe verziehen wurden, an dem Zaubertore Begeisterung auslösten und Slapstickeinlagen für Gelächter sorgten. Hier gab es Platzverweise und Fair-Play-Momente, bittere Enttäuschungen und grenzenlosen Jubel.
Seit 63 Jahren ist der Junkerberg weit mehr als nur ein Fußballplatz. Er war Bühne, Heimat und Treffpunkt für Generationen von Spielern, Trainern, Betreuern und Anhängern. Seine Geschichte lebt in unzähligen Erinnerungen weiter, die weit über die Seiten von Spielberichten und Tabellen hinausreichen.
Wenn am Sonntag der Schlusspfiff ertönt, endet nicht nur ein Spiel. Es schließt sich ein Kapitel Vereinsgeschichte, das über sechs Jahrzehnte geschrieben wurde.
Hier wurden Vereinslegenden geboren. So hielten schon in den Anfangsjahren des Junkerbergs Spieler wie Alois Henssen, Tillmann Giesen, Manfred „Checky“ Sieben, Helmut Esser, Karl Josef Grates und Fredi Niehsen Woche für Woche ihre Knochen hin und prägten die ersten großen Kapitel der Vereinsgeschichte.
Hier ließen in den 1980er-Jahren Wilfried Dörenkamp und Jürgen „Juffa“ Hintzen gemeinsam mit Jörg Sender den Ball laufen und zelebrierten den Doppelpass auf ihre ganz eigene Art.
In den 1990er-Jahren lehrten die Abwehrrecken Thomas „Schwede“ Goertz und Martin „Killer“ Amfaldern so manchem Gegenspieler das Fürchten. Ralf „Eisenkarl“ Gruntmann ließ seine feine Klinge aufblitzen, wobei damit nicht unbedingt die spielerische gemeint war. Udo „Lohmeier“ Thönnissen erzielte Tore wie am Fließband, während Uwe „Hotze“ Zoch trotz so mancher kurzen Nacht die Außenbahn zum Glühen brachte. Michael Mones verlieh dem Standfußball eine ganz neue Intensität.
Und dann war da noch der ewige Kapitän Gunar Gers, der Kilometer um Kilometer auf dem Junkerberg zurücklegte. Wege, die für ihn und seine Mannschaftskameraden oft erst in der Waldesruh oder irgendwo auf Mallorca ihr Ende fanden.
Nach der Jahrtausendwende prägte Ibo Alikhan das Spiel im Doverener Mittelfeld. Keeper Thorsten Schmitten rang bei manchem Schiedsrichter mit allen Mitteln um eine wohlwollende Entscheidung. Hans Esser brachte seine Gegenspieler mit seiner unermüdlichen Geschwätzigkeit zur Weißglut. Andy Niehsen wurde zum Fußballgott. Jens Rebing lief die Linie rauf und runter, und tut es bis zum heutigen Tag. Quappo Marcos schoss seine Bälle entweder unhaltbar in den Winkel, oder manchmal einfach auf den Doverener Markt. Warum? Weil er es konnte!
In den 2010er-Jahren führten die Routiniers Dennis Krieger und Sascha Gers die Viktoria nach dunklen Jahren in der 3. Kreisklasse zurück in die Kreisliga B. Zugleich formten und begleiteten sie jene Generation von One-Club-Spielern, die heute selbst längst ihren Platz in der Vereinsgeschichte eingenommen hat. Namen wie Chris und Simon Goertz, Tobi Sagert, der legendäre Schnapper Daniel Horn, Kevin Pretzl, Julian Hickmann oder Marius Mickels stehen für Loyalität, Leidenschaft und unzählige Stunden auf dem Junkerberg. Spieler, die der Viktoria über Jahre hinweg die Treue gehalten haben und nun nach und nach den Staffelstab an die nächste Generation weiterreichen.
Die Zukunft wartet bereits. Spieler wie die van Zantens, Rohloffs, Rumpfs, Lewezkis, Noltes und Morrs stehen bereit, ihre eigenen Geschichten zu schreiben und den Geist der Viktoria in das umgebaute Stadion zu tragen. Wer weiß, vielleicht wird man auch von ihren Heldentaten noch in sechzig Jahren erzählen, so wie heute von den Legenden vergangener Tage.
Liebe Gönner, Fans und Sympathisanten, kurzum: liebe grün-weiße Familie. Erweist unserem alten Platz am kommenden Sonntag noch ein letztes Mal die Ehre. Kommt vorbei, stoßt bei einem frisch gezapften Bier miteinander an, genießt etwas Leckeres vom Grill und nehmt Abschied von einem Ort, der Generationen von Viktorianern geprägt hat.
Stephan Epple
Mo, 10. August 2026
Kreispokal; 1. Runde: Viktoria Doveren - Rheinland Dremmen