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FC Viktoria Doveren e.V.

 

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Spielbericht: Viktoria Doveren - Viktoria Kleingladbach

This is Doveren: Bieonuma in der Nachspielzeit!

 

Der Nebel hing wie Rauch im Baaler Wohngebiet, als sich die beiden Mannschaften der Stunde am sonntäglichen Nachmittag zum Spitzenspiel trafen. Unsere Doverener Viktoria bat bei trübem, nasskaltem Wetter, das so manchen Fan am Spielfeldrand die letzten sommerlichen Erinnerungsfetzen auslöschte, den Tabellenzweiten aus Kleingladbach zum heißen Derbytanz. Und heiß sollte es werden, zwar nicht aus meteorologischer Sicht, aber die perlenartigen Tropfen des feinen Novemberregens auf den durchnässten Trikots der Protagonisten sollten schon bald als heißer Dampf ihren Weg zurück in die Atmosphäre finden. Das Topspiel des 12. Spieltags wurde seinem Namen ab Anpfiff gerecht.

Der Namensvetter aus Kleingladbach, der in Bestbesetzung antreten konnte, präsentierte sich in blendender Verfassung und übte von Beginn an Druck auf das Tor der Elf vom Junkerberg aus. Doveren stand zunächst kompakt. Aus einer sicheren Defensive heraus wollte man den Gegner locken und durch das Überspielen der Kleingladbacher Angriffsreihen die schnellen Außenspieler einsetzen, um Kontersituationen zu kreieren. Die verletzungs- und sperrungsbedingten Ausfälle von Philipp Morr und Fabian Goertz wurden eins zu eins mit Andreas Lewezki und Tufan Verim sehr gut kompensiert. Nur der Ausfall von Kapitän Louis van Zanten, der krankheitsbedingt die ganze Woche nicht trainieren konnte und zunächst auf der Bank Platz nahm, verlangte von Trainer Dennis Krieger eine taktische Umstellung. Und dieser Schachzug sollte sofort zum Erfolg führen.

Die Zentrale machten Co-Skipper Chris Goertz und der lauf- und kampfstarke Oguzhan Yesil dicht, und Rechtsaußen Ramon Marcos übernahm die Spielmacherposition. Nach sechs Spielminuten zeigte Marcos dann seine Qualitäten auf der Zehn. Am linken Spielfeldrand nahm er einen kurzen Pass auf und zauberte das Spielgerät mit dem Außenrist auf den zweiten Pfosten im Strafraum, wo der eingerückte Benedikt Schmitz mit einer Direktabnahme den Ball unter die Latte des Kleingladbacher Gehäuses zur frühen Führung eindrosch.

Der lautschallende Jubel der zahlreich anwesenden Doverener Fans war wie ein Weckruf für den favorisierten Gast. Mit hoher Intensität und Tempo belagerten fortan die Kleingladbacher das Tor von Doverens Schlussmann Erik Engel. Besonders die agilen Yilmaz und Fuchs stellten die Verteidigung ein ums andere Mal vor Probleme. Jener Fuchs sollte nach 27 Spielminuten noch weiter in den Mittelpunkt rücken. Nach einer zu kurzen Abwehraktion in die Mitte des Spielfelds nahm der Spielgestalter der anderen Viktoria den Ball im Strafraum auf, umkurvte Engel und schoss zum 1:1-Ausgleich ein. Kurz darauf bewahrte Engel seine Mannschaft mit einem überragenden Reflex vor dem Rückstand. Bei einem Schuss aus kurzer Distanz schnellte seine linke Hand heraus wie die Pranke einer Raubkatze. In der 37. Minute war er dann jedoch machtlos, als Kleingladbach die Partie komplett drehte. Wieder war Fuchs entscheidend beteiligt: Nach einem schönen Lupfer von Kleingladbachs Nummer Zehn in den Doverener Strafraum landete der Volleyschuss von Heinen im Netz – 1:2. Mit dieser Gästeführung ging es in die Halbzeit.

 Intensive Zweikämpfe im rassigen Derby. 

Mit Beginn der zweiten Halbzeit beruhigte sich das Spiel zunächst. Beide Teams mussten dem hohen Tempo aus dem ersten Durchgang Tribut zollen. Erst die Einwechslung von van Zanten sollte nach gut einer Stunde zur Initialzündung für unsere Viktoria werden. Das Spiel wurde nun ausgeglichener, und Doveren konnte mehr und mehr das Spielgeschehen mitbestimmen. Immer wieder wurden die Außen gesucht, um das Spiel mit schnellen Angriffen nach vorne zu treiben. Leider fehlte in dieser Phase oft die Präzision oder Ruhe am Ball. Auf der Gegenseite zeigte Kleingladbach zwar die reifere Spielanlage, aber auch hier war man in den Schlüsselszenen zu ungenau.

Nach 75 Minuten setzte Coach Krieger alles auf eine Karte. Mutig wechselte er die beiden A-Jugendlichen Nick Nolte und Emmanuel Bieonuma in den Sturm ein und setzte für die Schlussviertelstunde auf totale Offensive. Es wurde auf Dreierkette umgestellt – Hickmann ging zusätzlich in den Sturm – mit nur noch einem Sechser vor dem Abwehrverbund, um noch mehr Druck nach vorne aufzubauen. Dies ermöglichte Kleingladbach natürlich einige Kontersituationen. Eine davon führte beinahe zum endgültigen K.-o. für die Junkerberg-Elf: Der eingewechselte Consoir lief zwei Minuten vor Schluss alleine auf Engel zu und legte den Ball einschussbereit am Doverener Torhüter vorbei, doch plötzlich tauchte der linke Außenverteidiger Simon Goertz auf und stellte sich dem 1:3 mit letzter Kraft entgegen. Unter großem Jubel des Anhangs ließ er Consoir an seinem Körper abprallen und klärte die Situation äußerst souverän.

So langsam lief unserer Viktoria jedoch die Zeit davon, weitere Wechsel mit Lenny Müller und Elia Rohloff erzielten zunächst nicht die gewünschte Wirkung. Immer wieder lief man sich in der Abwehr Kleingladbachs fest, die versuchte, mit langen Bällen weitere Konter einzuleiten. Einer dieser Konter wurde dann zur spielentscheidenden Szene des Derbys. Van Zanten fing einen jener Kleingladbacher Umschaltversuche auf Höhe der Mittellinie ab und initiierte im Gegenzug ebenfalls einen Konter. Mit einem feinen Pass auf den pfeilschnellen Rohloff leitete er den bislang ekstatischsten Saisonhöhepunkt ein. Rohloff entwischte seinem Gegenspieler, drang mutig in den Kleingladbacher Strafraum ein, zog nach innen und kurz bevor er am Gegenspieler hängen blieb, spitzelte er den Ball zum mitgelaufenen Bieonuma. Der erst 18-Jährige drehte sich in Windeseile um die eigene Achse und trat den Ball in der 93. Minute mit der Pike in den Torwinkel.

Ohrenbetäubend und dröhnend, grell und bis ins Mark erschütternd, ja, selbst stürmisch wirkt wie ein flüchtiges Lüftchen gegen das, was dann über den Anhang der grün-weißen Viktoria hereinbrach: ein Jubelorkan, der die Luft erzittern ließ und für einen Moment die nasskalte, graue Herbstwelt in vibrierendes Grün und strahlendes Weiß tauchte.

Dem verdienten Ausgleich folgte kurze Zeit später der schnöde Schlusspfiff, der diesem Derby eigentlich nicht gerecht wurde. Doch irgendwann endet jedes Spektakel. Und dieses hatte es wirklich in sich: eine frühe Führung, ein zwischenzeitlicher Rückstand, ein leidenschaftlicher Kampf und ein goldenes Trainerhändchen, das den verdienten Punkt sicherte – mit der Erkenntnis, dass man auch mit den absoluten Spitzenmannschaften der Liga mithalten kann.

 

Aufstellung: Engel - S. Goertz, Verim, Hickmann, Lewezki (75. Bieonuma) – Enis Cobanoglu (75. Nolte), C. Goertz, Yesil (83. Müller), Marcos Jimenez (81. Rohloff), Schmitz (57. van Zanten) – Köse

 

 

 

Reserve wieder siegreich

 

Auch unsere Reserve konnte im trüben Novemberregen die Herzen der Fans wieder ein wenig erwärmen. Nach zuletzt fünf sieglosen Spielen in Folge bezwang die Nolte-Truppe die Spielgemeinschaft Merbeck/Viktoria Wegberg mit 2:1. Nach einer frühen roten Karte für Marius Mickels (5. Spielminute) sicherte Ben Gruntmann in der 32. Minute souverän vom Punkt die Führung, ehe die SG noch vor dem Halbzeitpfiff ausgleichen konnte. In der 65. Minute erzielte Sebastian Muth dann den 2:1-Endstand. Am Rande feierte Oldie Jens Rebing nach über einjähriger Verletzungspause ein vielbeachtetes Comeback.

 

Stephan Epple

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Veröffentlichung

Mo, 17. November 2025

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