Ein Dorf – ein Team

FC Viktoria Doveren e.V.

 
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Vom Frühstücksei zum Fußballwunder: Viktoria holt den ersten Saisonsieg

Vollkommener, schöner, friedlicher und liebevoller kann der goldene Oktober für einen Fan der glorreichen Viktoria kaum beginnen.

 

Die Sonntagsbrötchen liegen knusprig im Korb, während sich der Duft des frisch gebrühten Kaffees langsam und verführerisch im ganzen Haus ausbreitet. Das Frühstücksei ist auf den Punkt gekocht, nicht zu hart und nicht zu weich. Omas selbstgemachte Erdbeermarmelade steht servierfertig auf dem Tisch und die frische Butter glänzt streichzart im warmen Licht der Morgensonne wie ein kleines Stück pures Gold. Alles ist gut. Alles ist friedlich.

 

Dann fällt der verschlafene Blick auf den Küchenkalender. Für einen kurzen Moment ist da nur dieser eine Gedanke, der sich langsam durch den morgendlichen Nebel des Bewusstseins schiebt.

 

Und plötzlich ist die Erkenntnis da. Es gibt ihn tatsächlich, diesen perfekten Morgen. Diesen seltenen, beinahe heiligen Tag, an dem das Leben für einen Augenblick genau so ist, wie es sein soll. Denn heute ist Spieltag: Viktoria gegen Kuckum II.

 

Die Freude und die Anspannung steigen von Minute zu Minute. Der Blick auf die Uhr verrät, dass der Anstoß näher rückt. Immer häufiger wandert er zum Zeiger, der sich mit der Geschwindigkeit einer Schnecke mit Bandscheibenvorfall über das Zifferblatt quält.

 

Der Doppelpass flimmert über den Flachbildschirm im Wohnzimmer. Männer mit zu viel Haargel erklären die Welt des Fußballs, während sie aussehen, als hätten sie seit Jahren keinen Zweikampf mehr geführt. Man hört zu, nickt gelegentlich bedeutungsvoll und wartet darauf, dass endlich etwas passiert. Aber die Zeit will einfach nicht schneller werden.

 

Draußen hingegen ist dieser verdammte perfekte Oktobertag. Die Sonne scheint, 22 Grad, blauer Himmel. Kein Regen, kein Wind, kein Wetter, über das man sich später beim Bier beschweren könnte. Das Wetter sagt: Geh raus. Triff deine Leute. Fahr nach Baal. Schau dir deine Viktoria an. 

 

Also wird der Drahtesel aus der Garage gewuchtet. Baal wartet. Und dann endlich ist es so weit. Zeit für unsere Viktoria.

 

Ein grün-weißer Lindwurm setzt sich von Doveren aus in Bewegung. Fahrräder rollen Richtung Ausweichstadion, Fanshirts kaschieren wohlige Leiber, Schals hängen um Hälse und irgendwo zwischen Doveren und Baal beginnt sich aus Vorfreude, Hoffnung und leichtem Wahnsinn wieder dieses Gefühl zusammenzubrauen, das man als Fußballfan kennt. Heute könnte unsere Elf vom Junkerberg tatsächlich den ersten Saisonsieg einfahren.

 

Gut, der Gegner ist Tabellenzweiter. Kuckum kommt nicht nach Baal, um uns beim Erreichen eines kleinen Fußballmärchens behilflich zu sein. Die haben vermutlich selbst drei Punkte im Kopf und nicht vor, diese aus purer Nächstenliebe in Doveren liegen zu lassen. Aber Fußball ist kein verdammtes Mathematikseminar. Alles ist möglich.

 

Genau deshalb fahren die Ultras vom Junkerberg nach Baal. Mit Hoffnung im Herzen, Sonne im Gesicht und der festen Absicht, die Jungs auf dem Platz zu unterstützen.

 

Nach kurzweiliger Fahrt werden zunächst die verbrannten Kalorien wieder aufgefüllt. Bratwurst und Bier finden erstaunlich schnell den Weg in die gierigen Schlünde und lassen die kurzzeitige Unterzuckerung vergessen. Ein ordentlicher Platz rund ums Baaler Stadion wird auserkoren und anschließend wird sehnsüchtig dem Anpfiff entgegengefiebert.

 

Minuten später folgt endlich der erlösende Klang aus der Schiedsrichterpfeife. Das Spiel beginnt. Und wie.

 

Die Kuckumer Reserve legt los, als hätte sie in den ersten Minuten vor, die Tabellenposition gleich persönlich zu rechtfertigen. Zwei gute Einschussmöglichkeiten stehen schon früh auf ihrer Habenseite. Doch die Rechnung haben sie ohne unseren großen Rückhalt Daniel Kuhnen gemacht. Der Viktoria-Keeper bleibt cool, macht sich breit, wenn es nötig ist und hält seine Bude sauber.

 

Nach und nach bemerken unsere Jungs vom Junkerberg, dass sie hier keineswegs wie das Kaninchen vor der Schlange stehen müssen. Der vermeintlich übermächtige Tabellenzweite ist eben auch nur eine Mannschaft aus elf Männern, die schwitzen, treten und irgendwann Fehler machen. Und so kommt Viktoria immer besser ins Spiel.

 

Die Jungs von Thorsten Berg gewinnen Zweikämpfe, werden mutiger und kreieren, beflügelt von den Anfeuerungsrufen und der zunehmenden Emotionalität rund um den Platz, selbst erste Möglichkeiten. Die Stimmung steigt. Der Bierstand läuft. Der Grill läuft. Und irgendwann laufen offenbar auch die Nerven ein wenig heiß.

 

Denn wenn sich selbst unser ansonsten eher für Ruhe und Besonnenheit bekannte Geschäftsführer Quappo Marcos genötigt sieht, dem von allen Seiten bescheinigten guten Spielleiter Daniel Burghardt aus ungefähr 50 Metern Entfernung und direkt hinter dem Grillstand eine kleine Einführung in die Grundlagen des Fußballregelwerks zu geben, bekommt man einen ziemlich guten Eindruck davon, wie viel Druck inzwischen auf diesem Nachmittag liegt.

 

Burghardt quittiert die fachliche Einlassung mit einem ebenso knappen wie pädagogisch wertvollen Hinweis: „Jetzt sei ruhig, sonst komm auf den Platz und mach es besser.“

 

Ein Satz, der vermutlich in jedem Fußballverein dieser Welt schon einmal gefallen ist und der deshalb auch in Baal nicht ohne Wirkung bleibt.

 

Kurz vor dem Pausentee sorgt dann allerdings ein anderer Mann für die nötige Entspannung. Lars Rumpf.

 

Im klassischen Toni-Kroos-Stil nimmt sich Doverens Nummer zehn aus knapp 17 Metern ein Herz. Ein kurzer Blick, ein feines Füßchen und dann schlenzt er den Ball flach ins Eck. 1:0.

 

Der Jubel des grün-weißen Anhangs ist ohrenbetäubend. Menschen springen auf, Arme gehen in die Höhe, Stimmen überschlagen sich. Und wer sich zu diesem Zeitpunkt in der Nähe des Grillstands befindet, stellt fest, dass die Führung nicht nur emotional, sondern auch flüssig verarbeitet werden muss.

 

Der Gerstensaft fließt. Und proportional zum steigenden Alkoholpegel steigt natürlich auch die Qualität der Fußballweisheiten. Aus einfachen Zuschauern werden innerhalb weniger Minuten taktische Großmeister. Kurz gesagt: Die Analyseabteilung der Viktoria arbeitet auf Hochtouren. Und das Beste daran ist, dass die Mannschaft auf dem Platz offenbar dieselbe Idee hat.

 

Auch im zweiten Durchgang bleibt Viktoria dran. Die Kuckumer suchen nach einer Antwort, finden sie aber zunächst nicht. Nach 65 Minuten sorgt dann unser Sabbatical-Rückkehrer Philipp Morr dafür, dass die Stimmung rund um den Gasgrill endgültig eskaliert. 

 

Freistoß für Viktoria. Kapitän Bene Schmitz bringt den Ball gefährlich in den Strafraum. Morr wirft sich entschlossen und ohne Rücksicht auf Verluste ins Getümmel, hält den Kopf hin und nickt die Kugel zum vielumjubelten 2:0 ins Netz. Baal steht Kopf.

 

Sichtlich geschockt von der Doverener Leistung finden die Kuckumer kaum noch einen Weg zurück ins Spiel. Viktoria verteidigt leidenschaftlich, arbeitet füreinander und lässt sich von der plötzlich greifbaren Aussicht auf den ersten Saisonsieg nicht mehr beirren.

 

Und beinahe wäre sogar noch mehr drin gewesen. Cany Gönül bekommt ebenso wie Mittelstürmer Jason Rebing noch die Gelegenheit, den Nachmittag endgültig in Richtung Fußballmärchen zu schieben. Beide scheitern allerdings am Kuckumer Keeper. Was soll’s. 2:0. Endlich ist er da. Der erste Saisonsieg unserer Viktoria. Verdient erkämpft und erarbeitet.

 

 In Siegerpose: Die heldenhafte Elf vom Junkerberg 

 

Einer allerdings musste diesen anstrengenden Nachmittag noch ein wenig länger spüren als die meisten anderen. Radio Mickels war während der 90 Minuten bekanntlich nicht auf den Mund gefallen. Ganz im Gegenteil. Die freundlichen Worte, die er seinen Gegenspielern mit der ihm eigenen Herzlichkeit zukommen ließ, schossen ihm schneller aus dem Mund, als so mancher Zuschauer hinter dem Grillstand sein Bier öffnen konnte. Manch einer hätte sich dabei durchaus gewünscht, dass ein wenig von dieser sprachlichen Schnellkraft auch den Weg in die Beine gefunden hätte.

 

Doch unser Marius zahlte nach dem Abpfiff seinen Preis für diesen körperlich wie verbal intensiven Arbeitstag. Während sich andere bereits der Regeneration durch den muskelaufbauenden Konsum des goldenen Gerstensaftes aus der angrenzenden Eifel widmeten, meldete sich bei ihm ein postkrampfartiger Stich im hinteren Oberschenkel.

 

Aber keine Sorge, es handelte sich selbstverständlich nicht um einen muskulären Krampf im Bereich der Sprachfindung. Die funktioniert bei Radio Mickels weiterhin tadellos. Vielmehr hatte sich beim nachspielzeitlichen Feiern offenbar der hintere Oberschenkel dazu entschlossen, seinem Besitzer noch einmal unmissverständlich mitzuteilen, dass auch eine legendäre Stimme irgendwann einen Körper braucht, der sie durch den Nachmittag trägt.

 

Aber auch diesen kleinen Rückschlag wusste Marius professionell zu behandeln. Er redete ihn einfach weg. Und blieb auf Sendung.

 

Nach diesem beinahe schon historischen Sieg blieben Spieler und Fans noch lange zusammen und ließen diesen goldenen Herbsttag gemütlich ausklingen. Es wurde geredet, gelacht, getrunken und natürlich bereits über das nächste Spiel philosophiert. Denn wer nach einer solchen Leistung eine Niederlagenserie zerreißt, der darf auch anfangen, von einer Siegesserie zu träumen.

 

Kuhnen- Lewezki, C. Goertz, Mickels, F. Goertz  - Morr, Gönül (90. Rohloff), T. Rumpf , Schmitz (90. Krieger), L. Rumpf (89. Bieonuma) - Rebing (79. Kohnen)

 

 

Doverener Reserve macht es spannend

Klar gehörte Bomber Sebastian Sonn beim Mittagsspiel gegen die Reserve aus Klinkum zu den Torschützen unserer Zweitvertretung. Wenn man Mittelstürmer ist, sollte man schließlich auch die Arbeitsanforderungen seines Stellenprofils kennen. Und so eröffnete unser Kugelblitz den sonntäglichen Fußballnachmittag in Baal.

 

Lange sah es allerdings nicht danach aus, als würde die Partie noch zum gemütlichen Nachmittagsspaziergang für die Mannen von Yves Nolte werden. Nach dem Klinkumer Ausgleich rund eine halbe Stunde vor dem Abpfiff machte sich bei unserer Reserve zunächst eine gewisse Lethargie breit. Dann aber erwachte die Viktoria.

 

Drei Minuten vor dem Abpfiff war es Tizi Rowinski, der den Doverener Anhang wieder aus dem sonntäglichen Dämmerschlaf riss und die Führung zurückholte. Und als Elia Rohloff in der Nachspielzeit gleich doppelt zuschlug und das Ergebnis auf 4:1 schraubte, war der zweite Sieg in Folge unserer Reserve endgültig eingetütet.

 

 
A-Jugend kassiert Ausgleich kurz vor Schluss

Bereits am Mittwoch musste sich unsere A-Jugend bei der Spielgemeinschaft RaPo/Würm-Lindern mit einem Punkt begnügen.

 

Nach einem 0:1-Halbzeitrückstand drehten die Jung-Viktorianer innerhalb von gerade einmal acht Minuten die Partie. Krestiano Yamin sorgte für den Ausgleich, anschließend half die SG mit einem Eigentor kräftig beim Umschreiben der Geschichte. Plötzlich sah alles nach einem Auswärtssieg aus. Leider zu früh gefreut.

 

Als sich die Jung-Viktorianer gedanklich vermutlich schon mit drei Punkten im Gepäck auf den Heimweg machten, schlug die Wurmtal-Truppe in der 89. Minute noch einmal zu und erzielte den Ausgleich zum 2:2. Bitter. So blieb am Ende statt des erhofften Auswärtssieges lediglich ein Punkt. 

 

Stephan Epple

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Veröffentlichung

Mo, 05. Oktober 2026