Weißbier, Weißwurst und hoffentlich sechs Punkte am Junkerberg
Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, und am Junkerberg liegt an diesem Sonntag etwas Besonderes in der Luft. Unsere altehrwürdige Heimspielstätte lädt zum Doppelspieltag, und weil Fußball bekanntlich durch den Magen geht, haben wir auch abseits des Rasens einiges aufgetischt. Weißbier, Weißwurst, Leberkässemmeln und Ebbas selbstgebackene Brezeln sorgen für bayerische Gemütlichkeit. Die Brezeln gibt es für einen guten Zweck, denn der Erlös kommt dem WDR-Weihnachtswunder zugute. Auf dem Platz erwarten unsere beiden Seniorenmannschaften die Gäste aus Immerath und Wassenberg-Orsbeck.
Die Rahmenbedingungen stimmen also. Jetzt fehlen nur noch ein paar gut gelaunte Viktorianer am Spielfeldrand, die ihre Kehlen ölen, die Hände warm klatschen und unsere Jungs nach vorne peitschen. Sechs Punkte wären da natürlich die passende Zugabe.
Die Mannschaft von Thorsten Berg hat in den vergangenen beiden Spielen durchaus gezeigt, was in ihr steckt. Das Ausrufezeichen gegen Kuckum war mehr als nur ein Lebenszeichen. Es war der Beweis, dass sich unsere junge Truppe vor keiner Mannschaft der Kreisliga B verstecken muss. Auch gegen die noch ungeschlagenen Kückhovener war trotz der am Ende knappen Niederlage zu erkennen, wohin die Reise gehen könnte. Da war Mut, da war Leben in der Mannschaft, und da blitzte immer wieder jenes Potenzial auf, das in den vergangenen Wochen manchmal unter den Ergebnissen begraben lag.
Es scheint, als hätte Coach Berg inzwischen seine Formation und die passende taktische Ausrichtung gefunden. Die Jungs kommen allmählich in der Liga an und beginnen, sich selbst etwas zuzutrauen. Ob daraus eine nachhaltige Entwicklung wird, werden die kommenden Wochen zeigen. Vor allem gegen Mannschaften, die wir durchaus auf Augenhöhe sehen dürfen, wird sich zeigen, wie gefestigt unsere Viktoria inzwischen ist. Die Richtung stimmt jedenfalls.
Ganz ohne Schattenseiten geht es allerdings nicht. Das Verletzungspech hat sich inzwischen auch bei unserer Ersten eingenistet. Beim Knöchel von Philipp Morr heißt es zunächst abwarten. Die Hoffnung auf schnelles Heilfleisch ist jedenfalls groß. Daumen drücken ist ausdrücklich erwünscht.
Noch bitterer fällt die Nachricht von Jordan Sosnowski aus. Das MRT hat Gewissheit gebracht. Unser Flügelflitzer hat sich das Kreuzband gerissen und wird voraussichtlich in dieser Saison nicht mehr auf den Platz zurückkehren. Eine Nachricht, die sportlich schmerzt und menschlich erst recht. Gerade solche Rückschläge zeigen, dass Fußball eben mehr ist als Tore, Punkte und Tabellenplätze.
Lieber Jordan, die gesamte Viktoria-Familie wünscht dir von Herzen alles Gute, viel Kraft und eine möglichst schnelle Genesung. Nimm dir die Zeit, die du brauchst, und komm stärker zurück. Am Junkerberg wartet man auf dich.
Nun aber zum Sportlichen, denn bei aller Vorfreude auf Weißbier und Weißwurst soll am Junkerberg schließlich auch Fußball gespielt werden. Um 12:30 Uhr fällt der Startschuss für unseren Doppelspieltag. Den Anfang macht die Reserve von Yves Nolte, die die Gäste aus Immerath empfängt.
Die Immerather haben bislang erst vier Partien absolviert und stehen mit vier Punkten auf dem sechsten Tabellenplatz. Ihre beiden Niederlagen kassierten sie gegen die beiden Schwergewichte der Liga, den SC Wegberg II und Kuckum III. Dem gegenüber stehen ein Unentschieden gegen Merbeck/Viktoria Wegberg und ein überzeugender 5:2-Erfolg zum Saisonauftakt in Golkrath.
Eine durchaus reizvolle Aufgabe für unsere Reserve, bei der man sich allerdings nicht vom Tabellenstand blenden lassen sollte. Die Immerather haben schließlich noch einige Spiele in der Hinterhand und dürften wenig Lust verspüren, am Junkerberg die nächsten Punkte liegen zu lassen.
Doch unsere Jungs müssen sich keineswegs verstecken. Wenn sie die Spielfreude aus dem letzten Auswärtsspiel mit auf den Platz bringen und unsere beiden Old-Stars Jens Rebing und Dennis Krieger erneut zu großer Form auflaufen, könnte es für die Gäste ein ungemütlicher Mittag werden. Dann dürfen unsere Frühschoppen-Fans am Spielfeldrand durchaus schon einmal das eine oder andere Weißbier auf den nächsten Erfolg unserer Reserve heben.
Ab 15:00 Uhr wird es dann auch für unsere Erste ernst. Mit Wassenberg-Orsbeck kommt eine Mannschaft an den Junkerberg, bei der man vorher ungefähr so schlau ist wie nach einem Blick in die Kristallkugel. Der 1. FC ist die klassische Wundertüte der Kreisliga B. Alles ist möglich.
Mal setzt es knappe Niederlagen gegen Kückhoven, Hückelhoven oder Kuckum, mal gibt es eine 0:5-Klatsche in Helpenstein oder ein deftiges 1:8 in Uevekoven. Doch wer glaubt, damit sei die Geschichte erzählt, der irrt gewaltig. Gegen Rurich II gab es ein sattes 7:0, gegen Granterath ein 6:0 und am vergangenen Sonntag schickte Wassenberg-Orsbeck auch noch Schwanenberg mit einer 1:4-Niederlage nach Hause. Wer soll da vorher ernsthaft behaupten, er wisse, was ihn erwartet?
Für die Jungs vom Junkerberg bedeutet das vor allem eines: volle Konzentration und keine Geschenke. Auf unserem vermutlich tiefen Rasen könnte sich ein echter Abnutzungskampf entwickeln, bei dem irgendwann die Beine schwer und die Räume zu groß werden. Dann zählen nicht mehr nur schöne Spielzüge, sondern vor allem Wille, Ausdauer und der unbedingte Drang, den entscheidenden Schritt schneller zu sein als der Gegner. Wer am Ende den längeren Atem hat und vor dem gegnerischen Tor die nötige Konsequenz zeigt, dürfte dieses Spiel für sich entscheiden.
Und natürlich haben wir für diesen Oktoberfestspieltag einen ganz bestimmten Wunsch. Ein Doppelsieg soll es am Sonntag werden. Darüber dürften sich sämtliche Grün-Weißen einig sein. Erst sollen unsere Mannschaften auf dem Platz liefern, anschließend darf der gemütliche Teil weiter heiß laufen. Dann können wir den Schuhplattlern aus dem Söderland vom Weißwurst-Äquator zeigen, dass die Viktorianer nicht nur wissen, wie man einen Ball tritt, sondern auch, wie man einen Maßkrug stemmt und ein ordentliches Stück Leberkäs verputzt.
Also, liebe Viktorianer, schnappt euch eure grün-weißen Farben, bringt eure Stimmen mit und macht den Junkerberg zu dem Ort, an dem sich unsere Gäste warm anziehen müssen.
Sechs Punkte für die Viktoria und danach ein kräftiges Prosit der Gemütlichkeit!
A-Jugend bereits am Samstag aktiv
Auch unsere Jung-Viktorianer sind am Wochenende gefordert. Die verlegte Partie gegen Germania Teveren findet am Samstag statt. Gegen das Tabellenschlusslicht möchte die A-Jugend von Yves Nolte mit einem Sieg ins Oktoberfestwochenende starten.
Drei Punkte wären ein schöner Auftakt für ein rundum gelungenes Viktoria-Wochenende. Unterschätzen sollte man die Aufgabe in der Teverener Heide allerdings nicht.
Unsere Jungs freuen sich über jede grün-weiße Stimme am Spielfeldrand. Also, Viktorianer, auf nach Teveren und unterstützt unsere A-Jugend auf dem Weg zum nächsten Dreier!
Stephan Epple