Durchatmen und gegen Kückhoven nachlegen
Was war das für eine Erlösung.
Nach Wochen, in denen man sich sonntags am Junkerberg regelmäßig gefragt hat, was der Fußballgott eigentlich gegen uns hat, gab es gegen Kuckum endlich den ersten Saisonsieg. Drei Punkte. Herrlich.
Der Montagmorgen war gerettet. Durchatmen war angesagt.
Denn die vergangenen Wochen hatten einiges zu bieten. Niederlagen, Gegentore und Ergebnisse, bei denen selbst der treueste Viktorianer irgendwann lieber schnell den Spielbericht geschlossen hat. 0:4, 0:7, 1:8. Einfach unangenehme Wochen.
Aber am Sonntag gegen Kuckum war plötzlich alles anders. Da standen unsere Jungs auf dem Platz und haben sich gewehrt. Sie sind gelaufen, haben gekämpft und sich in jeden Ball geworfen, als ginge es um mehr als nur drei Punkte. Und vielleicht ging es das auch. Denn rund um den Junkerberg war nach Abpfiff dieses Gefühl wieder da, das man in den vergangenen Wochen ein wenig vermisst hatte. Stolz und Erleichterung.
Die Gesichter waren entspannter, das Bier schmeckte wieder ein bisschen besser und selbst das eine oder andere Zwicken im Körper wurde angenehm honoriert und als Kriegstrophäe deklariert.
Viel Zeit, diesen kleinen Erfolg zu genießen, bleibt allerdings nicht. Am 8. Spieltag wartet mit Germania Kückhoven bereits die nächste Aufgabe. Und die hat es durchaus in sich. Kückhoven ist bislang ungeschlagen durch die Saison gekommen. Gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenregion wie Granterath, Hückelhoven und Wassenberg-Orsbeck gab es durchweg Siege, lediglich gegen Rurich II musste man sich mit einem 2:2 zufriedengeben. Der Tabellenvierte kommt also mit ordentlich Selbstvertrauen daher.
Aber vielleicht ist genau das gar nicht so schlecht. Denn unsere junge Mannschaft hat gegen Kuckum gezeigt, dass sie sich nicht verstecken muss. Wenn Einsatz, Wille und Zusammenhalt stimmt, kann einiges bewegt werden.
Die junge Kückhovener Elf wird sicherlich spielerisch stark sein, aber auch junge Mannschaften haben ihre Tage - siehe Rurich. Und vielleicht ist am Sonntag so ein Tag und dann müssen Rebing, Schmitz und Co. zuschlagen. Wenn dann derselbe Einsatz auf dem Platz steht wie gegen Kuckum, dazu ein bisschen Spielglück kommt und die Jungs sich nicht von der bisherigen Tabelle verrückt machen lassen, dann ist auch in Kückhoven etwas drin. Vielleicht sogar drei Punkte.
Die Elf vom Junkerberg hat in den vergangenen Wochen gelernt, Niederlagen auszuhalten. Jetzt kann sie vielleicht langsam wieder lernen, Siege zu genießen.
Best of the Rest
Während unsere Erste gerade noch versucht, sich aus dem Tabellenkeller zu befreien, hat sich unsere Reserve inzwischen klammheimlich zum „Best of the Rest“ entwickelt. Ganz vorne scheinen sich Kuckum III und die Reserve von Wegberg ihre eigene kleine Liga eingerichtet zu haben. Dahinter allerdings folgt bereits die Truppe von Yves Nolte auf dem dritten Platz.
Nach den anfänglichen Startschwierigkeiten haben die beiden vergangenen Siege richtig gutgetan. Plötzlich läuft es bei unserer Reserve wieder, und auch gegen den nächsten Gegner aus Golkrath hat man in der Vergangenheit eigentlich immer ganz ordentlich ausgesehen. Warum also nicht am kommenden Sonntag die nächsten drei Punkte einsammeln?
Dafür müsste allerdings neben der Form auch die Samstagabendplanung stimmen. Denn zwischen einer langen Nacht und einem Auswärtssieg in Golkrath liegt bekanntlich manchmal nur ein sehr schmaler Grat. Wenn die Jungs am Samstag rechtzeitig den Heimweg finden, am Sonntag zwei funktionierende Beine mitbringen und beim Aufwärmen nicht schon den Eindruck vermitteln, dass der Kreislauf noch im Nachtbetrieb läuft, sind die Chancen auf einen erfolgreichen Mittag gar nicht mal so schlecht.
Die Form stimmt jedenfalls. Die Stimmung dürfte nach zwei Siegen ebenfalls passen. Jetzt müssen nur noch die Beine mitmachen. Dann könnte unsere Reserve am Sonntag in Golkrath den nächsten Dreier holen und ihren Platz direkt hinter der Spitzengruppe weiter festigen.
A-Jugend beim Schlusslicht
Unsere Jung-Viktorianer müssen bereits am kommenden Samstag ran und reisen zum bislang punktlosen Schlusslicht nach Teveren. Auf dem Papier also eine dieser Aufgaben, bei denen man schon vor dem Anpfiff drei Punkte in die Tabelle einträgt. Genau darin liegt allerdings die Gefahr. Denn die vermeintlich einfache Aufgabe kann schnell zur unangenehmen Falle werden. Yves Noltes Jungs müssen deshalb auch in Teveren von der ersten Minute an konzentriert sein, die Zweikämpfe annehmen und den Gegner gar nicht erst auf die Idee bringen, dass an diesem Samstag etwas zu holen sein könnte.
Nach den zuletzt guten Ergebnissen wäre es schließlich ziemlich ärgerlich, ausgerechnet gegen den Tabellenletzten die eigene gute Ausgangslage wieder zu verschenken.
Stephan Epple