Spielbericht: Viktoria Doveren - SV Immerath

Danke Junkerberg!

Als kurz vor der Tagesschau die letzte Runde gezapft wurde, wurde den verbliebenen Gästen auf dem Sportplatz noch einmal bewusst, dass dies tatsächlich der letzte Tanz auf dem ehrwürdigen Rasen des Junkerbergs war. Aus und vorbei. Das war's. Mit einer gewissen Melancholie wurde noch einmal auf diesen besonderen Ort angestoßen, an dem Generationen von Viktorianern Siege gefeiert, Niederlagen verdaut und unzählige Stunden ihrer Freizeit verbracht hatten. Gleichzeitig richtete sich der Blick nach vorn. Die Vorfreude auf die neue Sportanlage und die Hoffnung auf viele weitere unvergessliche Momente begleiteten den Abschied vom alten Platz.

 

Die Verabschiedung des Junkerbergs war dabei genau so, wie man es sich in Doveren gewünscht hätte. Bei herrlichem Sommerwetter zog dieser historische Tag einen Großteil des Dorfes hinauf auf den Junkerberg. Neben den treuen Fans, Mitgliedern, Freunden und Familienangehörigen ließen es sich auch die Doverner Schützen, der Tipp sowie eine Abordnung der Feuerwehr nicht nehmen, beim letzten Pflichtspiel auf dem traditionsreichen Rasen dabei zu sein. Gegner an diesem besonderen Nachmittag war der SV Immerath.

 

Auch abseits des Spielfelds wurde noch einmal alles aufgefahren, was die Viktoria ausmacht. Die legendären Allwicher-Pommes wanderten knusprig aus der Fritteuse auf die Teller, die weit über Doveren hinaus bekannte Currywurst zog ihre Kreise in Gersens  Geheimsoße und die beliebten Hackkuchen verbreiteten ihren unverwechselbaren Duft bis hinein in den Junkerwald. Für den süßen Abschluss sorgten die von Hannah Ryssen liebevoll zubereiteten Cupcakes, die bei den zahlreichen Besuchern großen Anklang fanden.

 

Überhaupt war der Junkerberg an diesem Nachmittag so gut besucht wie lange nicht mehr. Die Zuschauerzahl dürfte fast im dreistelligen Bereich gelegen haben. Bei bestem Wetter war selbstverständlich auch für ausreichend Erfrischungen gesorgt. Einen besonderen Anteil daran hatte Julian Hickmann, der den Verein nach mehr als zwei Jahrzehnten verlässt, um noch einmal neue Wege zu gehen. Mit einer großzügigen Spende verabschiedete er sich von der Viktoria-Familie und sorgte dafür, dass an diesem Tag niemand auf dem Trockenen sitzen musste. So wurde auf Higges Ehren frisch gezapftes Eifeler Gold gereicht und der wolkenlose Himmel lieferte die wohlwollende Abschiedskulisse.

 

  Ein letztes Mal für die Viktoria am Ball: Julian Hickmann  

 

Ach ja, Fußball wurde an diesem Nachmittag ebenfalls noch gespielt. Die Zuschauer erlebten einen entspannten Sommerkick, bei dem die Mannschaft des scheidenden Interimstrainers Daniel „Quappo“ Marcos noch einmal sichtbar Lust hatte, ihren Anhängern zum Abschied etwas zu bieten. Ohne nennenswerte Gegenwehr der Gäste aus Immerath kombinierten sich die Grün-Weißen von Torchance zu Torchance. Bereits in der 7. Minute brachte Andi Lewezki die Viktoria in Führung, ehe Aybo Köse nur acht Minuten später auf 2:0 erhöhte. Mit diesem Ergebnis ging es auch in die Halbzeitpause.

 

Nach dem Seitenwechsel bot sich den Zuschauern das gleiche Bild. Die Viktoria spielte weiterhin nur in eine Richtung und blieb hungrig auf weitere Treffer. Ein Doppelschlag von Ramon Marcos und Emmanuel Bieonuma in der 57. und 58. Minute schraubte das Ergebnis innerhalb weniger Augenblicke auf 4:0. Als Simon Goertz schließlich seine neu entdeckten Torjägerqualitäten unter Beweis stellte und zum 5:0 traf, erreichte die Feierlaune auf und neben dem Platz endgültig ihren Siedepunkt.

 

Dann kam die 71. Minute. Eine Minute, die ihren festen Platz in den Annalen der Vereinsgeschichte finden wird. Ben Gruntmann wird fortan in einem Atemzug mit Didi Hamann, dem letzten Torschützen im alten Wembley-Stadion, und Arie van Lent, dem letzten Torschützen auf dem Bökelberg, genannt werden. Mit einem trockenen Rechtsschuss aus rund zwanzig Metern erzielte ein waschechter Doverener Junge das 6:0 und zugleich das allerletzte Tor auf dem alten Junkerberg.

 

   Sohn und Vater: Ramon und Quappo Marcos   

 

Ein letztes Mal emotional wurde es dann in der 87. Minute. Unter stehenden Ovationen verließ Julian Hickmann das Spielfeld. Für ihn betrat kein Geringerer als Trainer Daniel „Quappo“ Marcos den Rasen. Mit seiner Einwechslung erfüllte er sich einen lang gehegten Traum: Gemeinsam mit seinem Sohn Ramon stand er noch einmal in einem Pflichtspiel auf dem Platz. Und hätte sein Sohn ihm zwei Minuten später ein wenig mehr Sprintvermögen zugetraut, wäre der 45-Jährige womöglich sogar noch selbst in Abschlussposition gekommen und hätte seine gefürchtete Schussstärke und Präzision ein letztes Mal demonstrieren können.

 

So aber blieb es beim hochverdienten 6:0-Kantersieg und einem rundum gelungenen Abschied vom alten Junkerberg.

 

  Die letzte Truppe auf dem alten Junkerberg.

 

 Abschiedsgeschenk: Geschäftsführer Quappo Marcos und Präsident Yves Nolte mit Julian Hickmann 

 

Nach dem Schlusspfiff wurde Julian Hickmann vor den zahlreichen Zuschauern mit einem besonderen Präsent des Vorstands verabschiedet. Anschließend blieb man noch lange beisammen. Es wurde gefeiert, erzählt, gelacht und erinnert. Während die Sonne langsam hinter den Bäumen verschwand, klang ein Tag aus, der weit mehr gewesen war als nur ein Fußballspiel. Es war ein würdiger Abschied vom alten Junkerberg.

 

Engel - Müller, Hickmann (87. Q. Marcos), S. Goertz, van Zanten - Lewezki, C. Goertz, Rumpf (46. Bieonuma), Nolte (59. Topp), R. Marcos - Köse (59. Sonn)

 

Stephan Epple

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Mo, 08. Juni 2026

Weitere Meldungen

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin

Kreispokal; 1. Runde: Viktoria Doveren - Rheinland Dremmen