Vorschau: Viktoria Doveren - Adler Effeld

Mit Hilfe des Fußballgottes gegen den Tabellenführer

Fünfzig Tage nach Ostern feiern die Christen Pfingsten, das Fest der Sendung des Heiligen Geistes zu den Jüngern Jesu und seiner bleibenden Präsenz in der Kirche. Eine ziemlich sperrige Definition für die Geburtsstunde der Kirche und dafür, wie die Religion sich als Opium fürs Volk festsetzte.

 

Was für die einen die sektenhafte Verehrung eines Heilands ist und ihnen nicht nur an Pfingsten den nötigen Kick gibt, ist für die anderen der wöchentliche Gang ins Stadion. Immer derselbe Ablauf, immer dieselben Leidensgenossen, dieselben Flüche, dieselbe Hoffnung auf drei Punkte. Und egal was passiert, es zieht einen immer wieder dahin, wie eine verdammte Droge.

 

So wird es auch am kommenden Pfingstmontag sein. Die einen ziehen mit der ewigen Hoffnung auf Erlösung in die Kirche, die anderen pilgern zum Junkerberg und hoffen dort auf ein kleines Wunder. Unsere Viktoria trifft auf den designierten Aufsteiger und scheinbar übermächtigen Gegner aus Effeld.

 

Eindrucksvoll haben die Adler am vergangenen Wochenende Doverens Konkurrenz im Abstiegskampf aus Birgelen mit 8:1 vom Platz geschossen und ihr Konto auf 66 Punkte sowie absurde 99 Tore aus 27 Spielen geschraubt. Damit die magische Hundert nicht ausgerechnet am Junkerberg fällt, wartet auf die Defensive um Abwehrchef Julian Hickmann eine Menge Arbeit. Bereits im Hinspiel, das mit einer 1:4-Niederlage endete, rollten die Angriffswellen der Effelder immer wieder über ihre schnellen und trickreichen Außenspieler an.

 

Gefragt sein werden deshalb Kompaktheit und vor allem ein schnelles Verschieben der Mittelfeld- und Abwehrreihen, um den rasanten Spielverlagerungen des Gegners standzuhalten. Und wenn sich die wenigen Konterchancen ergeben, müssen sie endlich konsequent genutzt werden und dürfen nicht wieder so fahrlässig liegen gelassen werden wie in den vergangenen Wochen. Viel Raum nach vorne wird Effeld unserer Viktoria kaum gewähren. Doch je länger die Null steht, desto größer könnte der Glaube daran werden, dass am Ende zumindest ein Punkt am Junkerberg bleibt.

 

Um im religiösen Bild zu bleiben: In Doveren findet man sich in der Rolle des „David gegen Goliath“ vielleicht gar nicht so unwohl. Wenn man nichts mehr zu verlieren hat, kann der Glaube Berge versetzen und ein kleines Pfingstwunder wahr werden. Eines, das nicht nur in der Messe am Morgen erbeten wird, sondern am Nachmittag tatsächlich auf dem Platz real werden könnte.

 

Drei Punkte für Platz Fünf

Unsere Reserve dürfte am frühen Montagmittag wohl keinen göttlichen Beistand bemühen müssen. Ihren Messias, in Persona von Bomber Sebastian Sonn, haben sie schließlich längst in den eigenen Reihen. So soll es gegen die Zweitvertretung des SV Immerath vielmehr mit ganz irdischen Kräften reichen, um die drei Punkte am Junkerberg zu behalten.

 

Das Duell der beiden Tabellennachbarn besitzt dabei durchaus richtungsweisenden Charakter. Mit einem Sieg könnte die Viktoria ihren starken fünften Tabellenplatz praktisch endgültig festigen. Acht Punkte Vorsprung wären dann ein Polster, das sich in den verbleibenden Begegnungen nicht mehr verspielen ließe.

 

Stephan Epple

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Veröffentlichung

Mi, 20. Mai 2026

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