Jahreshauptversammlung der Viktoria: Ein harmonischer Abend am Junkerberg
Als Geschäftsführer Daniel Marcos sich nach gut einer Stunde bei den anwesenden Vereinsmitgliedern für das zahlreiche Erscheinen bedankte, begann der schönste Teil des Abends. Noch weit nach Mitternacht saß man beisammen, schwelgte in Erinnerungen und ließ zugleich die Gedanken in eine hoffnungsvolle Zukunft schweifen. Die Kehlen blieben nicht trocken, und so manche Anekdote aus vergangenen Tagen entlockte dem einen oder anderen herzhaftes Lachen, bis hin zu Tränen der Rührung und der Freude.
In der ersten Stunde des Abends hatte man, trotz der derzeitigen sportlichen Misere, eine durchaus positive Jahreshauptversammlung im Vereinsheim am Junkerberg abgehalten. Gewohnt gelassen, zugleich strukturiert und mit sicherem Gespür für den richtigen Ton führte Geschäftsführer Daniel Marcos durch den Abend und leitete die Versammlung ruhig durch die einzelnen Tagesordnungspunkte.
Im Mittelpunkt stand sein Jahresbericht, der den Blick noch einmal zurück auf den Aufstieg des vergangenen Jahres lenkte und an gemeinsame Stunden bei Vereinsfesten wie dem Sommerfest und der Weihnachtsfeier erinnerte. Des Weiteren fand die erfreuliche Nachricht über die Bundesförderung zur Sanierung der Sportanlage ihren Platz, ebenso wie Worte über das vertrauensvolle Miteinander im Vorstand und die unermüdliche Arbeit, mit der der Verein Schritt für Schritt vorangebracht wird. Zudem hob Marcos die enge und von großer Verbundenheit geprägte Zusammenarbeit mit den anderen Vereinen im Ort hervor.
Auch der 1. Kassierer Frank Allwicher konnte in seinem Bericht zur finanziellen Lage des Vereins sehr zur Freude der Mitglieder positive Signale verkünden. Die in den vergangenen zwei Jahren ergriffenen Maßnahmen zeigten spürbare Wirkung und stärkten die wirtschaftliche Basis des Vereins.
Gleichwohl mahnte er mit ruhigem Ernst, sich auf diesen Erfolgen nicht auszuruhen. Für einen kleinen Dorfverein bedeute es weiterhin beständige und gewissenhafte Arbeit, den eingeschlagenen Weg fortzuführen und das Erreichte zu bewahren. Zugleich ermutigte er die Mitglieder, sich aktiv einzubringen und gemeinsam Verantwortung zu tragen. In einigen Bereichen sah er noch Raum für Verbesserungen und notwendigen Handlungsbedarf.
Die Kassenprüfer Chris Goertz und Ralf Gruntmann bestätigten eine ordnungsgemäße Führung der Kasse und empfahlen die Entlastung des Vorstands.
Beim Tagesordnungspunkt Neuwahlen herrschte im Vereinsheim rasch Einigkeit. Die bisherigen Vorstandsmitglieder Sascha Gers als zweiter Vorsitzender, Stephan Epple als zweiter Geschäftsführer und Michael Mones als zweiter Kassierer wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt und nahmen die Wahl mit sichtlicher Freude an.
Auch die Ehrungen an diesem lauen Frühlingsabend sollten nicht unerwähnt bleiben. Mit Jürgen „Juffa“ Hintzen und Karl-Josef Grates wurden zwei Urgesteine der Viktoria für 50 bzw. 60 Jahre Vereinstreue gewürdigt, ebenso wie Christian Wiktorski, der dem Verein seit 25 Jahren angehört.
Zum Abschluss des offiziellen Teils des Abends durfte so mancher junge Spieler noch eine ganz eigene Form der Lebensschule erfahren. Am Tresen, jenem inoffiziellen Lehrstuhl des Vereinslebens, wurde mit ernster Hingabe die angemessene Darreichung des Hopfensaftes erörtert. Ein mit reichlich Erfahrung gesegnetes Vereinsmitglied erhob dabei das Wort und machte mit Nachdruck deutlich, dass der Ausschank des goldenen Getränks beim Sommerfest künftig nicht mehr in Plastikbechern erfolgen möge. Eine solche Behandlung, so ließ er durchblicken, werde der Würde dieses traditionsreichen Genussmittels kaum gerecht. Vielmehr gehöre es in ein ordentliches Glas oder zumindest in die allseits geschätzte Stubbiflasche.
Dieser eindringliche Appell wurde mit gebührendem Respekt aufgenommen, sorgfältig im Protokoll vermerkt und vom Vorstand mit einem zustimmenden Nicken bedacht. Besserung wurde in Aussicht gestellt.
So klang der Abend schließlich in Eintracht und mit einem Augenzwinkern aus, während am Tresen noch lange erzählt, gelacht und das neu erworbene Wissen in die Praxis überführt wurde.
Stephan Epple
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