Spielbericht: 1. FC Wassenberg-Orsbeck - Viktoria Doveren
Es wird haarig: Viktoria verliert auch in Orsbeck
In Manchester sorgt derzeit ein ungewöhnliches Instagram-Phänomen für Aufsehen. Der United-Fan Frank Ilet schwor sich im Oktober 2024, seine Haare erst wieder zu schneiden, wenn sein Lieblingsklub fünf Siege in Folge einfährt. Inzwischen streift er seit 562 Tagen mit einer Mähne durch die englische Metropole, die selbst einem Löwen in der Savanne Respekt abverlangen würde.
Ein derartiges Internetphänomen ist am Doverener Junkerberg zwar kaum zu erwarten, zumal die Viktoria ihre eigene Fünferserie in dieser Saison bereits verbuchen konnte. Doch ganz ohne haarige Begleiterscheinungen geht es auch hier nicht zu. Wer es mit der Viktoria hält, scheint in den vergangenen Wochen verstärkt Bekanntschaft mit grauen Strähnen und schwindendem Haupthaar zu machen.
Auch das gestrige Spiel beim 1. FC Wassenberg-Orsbeck trug nicht dazu bei, die Nerven und damit die Haarwurzeln der grün-weißen Anhänger zu stärken. Trainer Dennis Krieger musste, teils kurzfristig, auf eine halbe Stammelf verzichten. Ohne die verletzten Philipp Morr, Gilbo Ryssen, Bene Schmitz und Oguzhan Yesil sowie die verhinderten Torben Rumpf, Aybo Köse und Elia Rohloff stellte sich die Mannschaft nahezu von selbst auf. Ergänzt durch die Reservespieler Jason Rebig und Stefan Röhrnbeck, die zunächst auf der Bank Platz nahmen, ging die Viktoria mit dem letzten Aufgebot in dieses wichtige Kellerduell.
Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt. Den personellen Aderlass konnte die Elf vom Junkerberg vor allem in der ersten Halbzeit kaum kompensieren. Nach einer halben Stunde lag man verdient mit 0:2 zurück. In der Pause fand Krieger offenbar die richtigen Worte. Mit einer taktischen Umstellung auf eine Doppelspitze um Julian Hickmann und Ramon Marcos sowie der Einwechslung von Flügelflitzer Emmanuel Bieonuma kehrten Schwung und Zuversicht zurück. Der Effekt ließ nicht lange auf sich warten. Nach schöner Vorarbeit von Marcos traf Hickmann in der 51. Minute sehenswert aus der Drehung zum Anschluss.
Doch die Hoffnung währte nur kurz. Die Gastgeber konterten abgeklärt und nutzten ihre spielerische Überlegenheit konsequent aus. Zwar bewahrte Keeper Erik Engels seine Mannschaft mehrfach vor einer frühzeitigen Entscheidung und auch der Querbalken stand der Viktoria gleich dreimal zur Seite. In der 72. Minute fiel dennoch die Vorentscheidung, als Wassenberg-Orsbeck nach einem schnell ausgeführten Einwurf zum 3:1 traf.
Die Viktoria stemmte sich kämpferisch gegen die Niederlage, doch ohne klare spielerische Linie und begleitet von einigen zweifelhaften Schiedsrichterentscheidungen fehlte die nötige Durchschlagskraft.
Nach dem überpünktlichen Abpfiff standen die Spieler erneut ohne Punkte da, während die Anhänger vom Junkerberg mit ernüchterter Miene den Heimweg antraten. Und so scheint sich die Saison weiter ihren Tribut zu fordern. Nicht nur in der Tabelle, sondern auch im Spiegel, wo jedes Spiel ein paar weitere graue Haare hinterlässt.
Engel - S. Goertz, Hickmann, F. Goertz (80. Röhrnbeck), Lewezki (75. Rebing) - Marcos, C. Goertz, Verim, van Zanten, Cobanoglu - Nolte (46. Bieonuma)
Reserve kommt unter die Räder
Am Sonntagmittag war in Venrath ein deutlicher Klassenunterschied zu erkennen. Mit einer stark dezimierten Mannschaft trat die Zweitvertretung der Viktoria beim heißen Aufstiegsaspiranten SV Venrath an. Dass sich Trainer Yves Nolte sogar selbst als Ersatzspieler zur Verfügung stellen musste, unterstrich die angespannte Personalsituation der Reserve. Gegen einen derart starken Gegner erschien selbst die leise Hoffnung auf einen Punktgewinn von Beginn an kaum realistisch.
Am Ende stand eine deutliche 0:8-Niederlage, mit der die Mannschaft die Heimreise an den Junkerberg antreten musste.
Stephan Epple
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